Unterwasserrugby
   
Einführung
x Teil 1
x Teil 2
Ausrüstung
x Flossen
x Brille
x Schnorchel
x Armbänder
x Spielfeld
x UWR Korb
x Ball
x Unterwasser- zeichen
Bildgalerie
x Teil 1
x

Staats- meisterschaft 2004
Teil 1
Teil 2
Teil 3

 

 

Was ist Unterwasserrugby? Teil 2

Als generelle Einschränkung gilt jedoch, dass da wie dort die Torverteidiger, mindestens zwei oder mehr, hochspezialisierte Spieler sind, denen große Bedeutung zukommt. Sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes, das "Rückgrat" der Mannschaft und genießen ähnlich hohes Ansehen wie die Goalies beim Eishockey.

Ein UWR Spielleiter am Beckenrand und zwei mit Presslufttauchgeräten ausgerüstete Unterwasser-Schiedsrichter beobachten den Spielverlauf, zeigen mittels einer Signalhupe Regelverstöße an und ahnden selbige mit Freiwürfen, Strafstößen (das sind direkte Duelle eines Angreifers gegen einen Verteidiger) oder zeitlich begrenzten, in der Regel zweiminütigen Spielerausschlüssen. Dadurch kommt es bei technisch hochwertigen Gegnern zu einem unerwartet körperlosen Spiel, für das die früher des Öfteren diskutierte Bezeichnung "Unterwasser-Ball" eigentlich besser geeignet wäre.
Ernsthafte Verletzungen kommen, dank der dämpfenden Wirkung des Wassers, wesentlich seltener vor, als in den meisten anderen Sportarten. Die häufigste Verletzungsursache, versehentliche Schläge beim Abtauchen mit dem Flossenblatt auf das Ohr eines Mitspielers (die Wasserfüllung des äußeren Gehörganges kann wie ein Kolben wirken und das Trommelfell perforieren), konnte in den letzten Jahren durch die Verwendung von Wasserball-Hauben mit Ohrenschutzkappen nahezu völlig beseitigt werden.

Welch faire Sportart Unterwasser-Rugby wirklich ist, zeigt sich auch in der Tatsache, dass es nicht nur von den so genannten "harten" Männern gespielt wird. Der Anteil der Frauen unter den ausübenden Sportlern liegt derzeit bei mehr als 20% und ist im Begriff, noch weiter anzusteigen. Damen und Herren spielen dabei häufig in gemischten Teams, da die Anzahl von reinen UW-Rugby Damen-Mannschaften in den meisten Ländern - ausgenommen Skandinavien - für einen geordneten Wettkampfbetrieb in eigenen Damen-Ligen gegenwärtig doch noch zu gering ist.

Gerade das, was viele Freizeit-Taucher an ihrem Sport so schätzen, nämlich unter Wasser und in relativer Abgeschiedenheit ihrem Hobby nachgehen zu können, wirkt sich naturgemäß auf die meisten Leistungssportarten des Tauchens eher negativ aus. Obwohl viele Veranstalter mit aufwändigen Video-Übertragungen dagegen anzukämpfen versuchen, bleibt Unterwasser-Rugby eine nicht sehr publikumsfreundliche Angelegenheit. Vielleicht ist es aber gerade diese Exklusivität, verbunden mit dem dreidimensionalen Bewegungserlebnis, die dem Spiel seine große Anhängerschaft beschert. In Deutschland beispielsweise kämpfen über 2000 Aktive in mehr als 120 Unterwasserrugby Vereinen und mehreren Ligen sowie verschiedenen Altersklassen um die entsprechenden Meistertitel.
Ähnlich ist die Situation in den skandinavischen Ländern, wo interessanterweise der Bekanntheitsgrad der Sportart in der Öffentlichkeit sehr hoch ist. Bei den alle drei Jahre abgehaltenen Europameisterschaften treffen die Teams der vorgenannten Länder auch auf die Nationalmannschaften Österreichs, Tschechiens und der Schweiz. Kleinere Rugby-Szenen sind darüber hinaus noch in Italien, Polen und der Slowakei zu finden. Da in den letzten Jahren Unterwasser-Rugby auch in Kolumbien, Chile, Peru, Venezuela, den USA, Ägypten und der Türkei Fuß fassen konnte, sind bei Weltmeisterschaften, die ebenfalls in einem dreijährigen Rhythmus ausgetragen werden, meist schon mehr als zehn Teilnehmernationen vertreten.

Was den sportlichen Erfolg betrifft, so sind solche internationalen UWR Meisterschaften nach wie vor fest in skandinavischer Hand, wobei Dänemark und Schweden bisher die meisten Titel erringen konnten. Zwar gelangen dem kleinen Österreich in jüngerer Vergangenheit mit zwei vierten Plätzen Achtungserfolge, aber ansonsten ist nur das Nationalteam Deutschlands wirklich in der Lage, "vorne mitzumischen" und regelmäßig einen Platz auf dem Siegerpodest zu erobern.