Was ist Unterwasserrugby?
Teil 1
Unterwasser-Rugby ist mit Sicherheit eine äußerst
faszinierende Sportart; wen das "Rugby-Fieber" einmal
gepackt hat, den lässt es so schnell nicht wieder los.
Die besondere Eigenheit liegt darin, dass es das einzige 3D
(dreidimensionale) Ballspiel der Welt ist. Im Gegensatz zu
anderen Ballspielen kann sich außer dem Ball
auch der Spieler nach oben, unten und nicht nur nach vorne,
hinten und zur Seite bewegen. Damit wird aus dem sonst üblichen
Spielfeld ein "Spielraum", was einerseits den Reiz
dieser Sportart, andererseits aber auch die größte
Schwierigkeit beim Erlernen und bei der Ausübung ausmacht.
Der Spielraum ist ca. 18 m lang,
12 m breit und 5 m tief. Der etwa handballgroße Unterwasserrugby
Kunststoffball wird beim Zuspiel unter Wasser mit dem ganzen
Arm und aus dem Schultergelenk heraus gestoßen, wobei
Wurfweiten bis 3m durchaus üblich sind und dem Gegner
die Chance eröffnen, den Ball abzufangen. Dieser kann
allerdings auch direkt "am Mann" erobert werden.
Dabei darf nur der ballführende Spieler vom Gegner angegriffen
werden; er selbst darf gegnerische Spieler attackieren und
so z.B. einen Torverteidiger vom Korb
ziehen. Der Torverteidiger seinerseits darf sich nirgendwo
festhalten und muss versuchen, den Angreifer durch Abdecken
des Korbes mit seinem Körper am Torwurf zu hindern.
Das Festhalten an der Ausrüstung,
den Torkörben, das Führen des Balles über Wasser,
das Halten eines Gegners ohne Ball sowie Tritte, Schläge,
Würgegriffe und unnötig hartes Spiel sind durch
das Reglement verboten, dessen Einhaltung von drei Schiedsrichtern
überwacht wird.
Ein Match dauert 2 x 15 Minuten "reine" Spielzeit,
was bedeutet, dass die Uhr bei jeder Spielunterbrechung angehalten
wird. Die Mannschaften - einheitlich durch weiße oder
blaue Schwimmdresses und Hauben gekennzeichnet - bestehen
aus elf Spielern, wovon sich sechs im Wasser und fünf
auf der Auswechselbank befinden. Die Wechselspieler werden
während des Spieles "fliegend" eingewechselt,
was unbedingt nötig ist, denn Unterwasser-Rugby - und
das konnte jüngst durch sportwissenschaftliche Untersuchungen
belegt werden - gehört zu den anstrengendsten Sportarten
überhaupt.
Der schnelle Spielverlauf, ständiges Ab-
und Auftauchen, verbunden mit kurzen Sprints und teilweise
längeren Apnoephasen, erfordern hohe körperliche
Wendigkeit und ausgezeichnete Kondition. Die taktische Anlage
des Spieles ist von Mannschaft zu Mannschaft, aber auch zwischen
den einzelnen Ländern (die teilweise eigene "Spielkulturen"
entwickelt haben) recht unterschiedlich und einer großen
Variationsbreite unterworfen.
So gibt es Teams mit ausgeprägten Spezialisten, die die
diversen Aufgaben, wie Angriff, Verteidigung, Mittelfeldspiel,
Mann- und Raumdeckungsaufgaben, perfekt untereinander aufgeteilt
haben und es verstehen, das alles zu einem harmonischen Ganzen
zu verbinden. Anderswo ist die Zusammensetzung der Mannschaft
sehr homogen und jeder Spieler ist - allerdings unter strenger
Einhaltung seiner vorgegebenen räumlichen Position -
in der Lage, bei Bedarf jede Rolle zu übernehmen.
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